DR. MED. EDUARD CHEN
Facharzt für Orthopädie
Im Mittelpunkt der orthopädischen Privatpraxis in Kronberg steht Dr. med. Eduard Chen mit seinem klaren Fokus auf die konservative Behandlung des Bewegungsapparates. Als erfahrener Facharzt verbindet er klassische Schulmedizin mit innovativen, wissenschaftlich fundierten Therapieansätzen. Diverse Zusatzausbildungen in Chirotherapie, Akupunktur und Sportmedizin runden sein Profil ab. Sein Ziel ist es, für jeden Patienten eine individuelle, schonende und effektive Lösung zu finden, um operative Eingriffe nach Möglichkeit zu vermeiden.
Ein Leben für die Medizin
Dr. Chens Weg begann mit dem Studium der Humanmedizin an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt, das er mit Auszeichnung abschloss. Seine umfassende klinische Ausbildung absolvierte er an verschiedenen renommierten orthopädischen und unfallchirurgischen Universitätskliniken.
Ein besonderer Schwerpunkt seines Werdegangs liegt auf der Verbindung von Medizin und Technik. Als Postdoc Fellow an der Harvard Medical School sowie als beratender Chirurg für Medizintechnik-Hersteller war er maßgeblich an der Entwicklung innovativer chirurgischer Navigationssysteme beteiligt. Diese internationale Erfahrung und sein tiefes Verständnis für modernste Medizintechnik prägen bis heute seinen Behandlungsansatz in seiner seit 2006 erfolgreich geführten Praxis. Sein Anspruch: medizinische Exzellenz – verbunden mit echtem, herzlichem Interesse an seinen Patienten.
Der Weg zur Expertise
30 Jahre in Orthopädie, Forschung und Innovation
Lernen Sie den Arzt hinter der Praxis kennen.
Wer ist Dr. Chen?
Im Interview spricht Dr. med. Eduard Chen über seinen beruflichen Weg, seine Liebe zur Medizin und die Methoden, die seine Arbeit in der Praxis prägen. Dabei geht es um den Anspruch, Beschwerden nicht nur zu behandeln, sondern ihre Ursachen genau zu verstehen – mit einem klaren Fokus auf schonende, konservative Therapien und individuell abgestimmte Behandlungskonzepte.
Was hat Sie motiviert, ein Orthopäde zu werden ?
Da meine Mutter als Orthopädie-OP-Schwester tätig war, bekam ich schon als Kleinkind von ihr entfernte und nicht mehr benötigte orthopädische Produkte wie Implantate, Schrauben, Platten etc. zum Spielen mitgebracht. Von daher hat mich das Thema schon sehr früh interessiert. Mein Vater war in meiner Kindheit für eine japanische Investmentbank tätig und brachte mir von einer Geschäftsreise aus Japan einen riesigen Bernhardiner-Stofftierhund mit. Damals war ich so 6 Jahre alt, und er war fast so groß wie ich selbst. Mit einer Schere habe ich einen Bauchlängsschnitt gemacht und habe meine Mutter um Nadel und Faden gebeten, damit ich diese „Wunde" wieder zunähen konnte. Knoten konnte ich damals noch nicht, aber es war eine fortlaufende Naht. Ich war auch oft im Krankenhaus bei meiner Mutter während ihrer Dienstzeiten, und wir wohnten zeitweise direkt am Krankenhaus.
Durch meinen permanenten Bezug zum Sport kam später das Interesse, eigene Verletzungen zu verstehen und möglichst schnell abheilen zu lassen.
Was ist Ihnen im Umgang mit Ihren Patienten am wichtigsten?
Vertrauen und Respekt. Mir ist bewusst, dass in dem Moment, wo die Patienten in die Praxis kommen, ein gewisses Machtgefälle vorliegt: Auf der einen Seite der um Hilfe suchende Patient und auf der anderen Seite der scheinbar allwissende und allmächtige Halbgott in Weiß. Dieses kann zu überhöhten Erwartungshaltungen, Ängsten oder Hoffnungen führen. Deshalb ist es für mich wichtig, menschlich eine gemeinsame Ebene zu finden. Dieses erleichtert die Kommunikation und integriert den Patienten durch seine Mitbestimmung und Eigenverantwortlichkeit in das Behandlungskonzept. Grundsätzlich entscheide ich niemals gegen den Willen eines Patienten.
Was schätzen Ihre Patienten besonders an Ihnen?
Das zu beantworten ist für mich sehr schwer, weil mir oft selbst nicht bewusst ist, wie ich auf andere Menschen wirke. Ich kann für mich selbst sagen, dass ich prinzipiell eher ein ungeduldiger Mensch bin und Dinge gerne schnell erledigt haben möchte. Das kann sich oft darin zeigen, dass ich sehr schnell spreche (wird mir nachgesagt) und die Gesprächspartner meinen Gedankengängen nicht immer folgen können.
Andererseits bin ich auch ein aufmerksamer Zuhörer und notiere mir wichtige Informationen. Es interessiert mich auch, welchen Menschen ich vor mir sitzen habe. Fragen zum Beruf, dem Alltag und Hobbys komplettieren für mich das Bild und erlauben mir, einen eventuellen Bezug zum aktuellen medizinischen Problem herzustellen. Marketingexperten würden von einem ganzheitlichen oder holistischen Konzept sprechen, für mich ist es aber von primärer Bedeutung, eine Vertrauensbasis für das gesamte gemeinsame medizinische Vorgehen zu bilden.
Einige Patienten sind wahrscheinlich vom Beruf oder der Persönlichkeit her grundsätzlich misstrauisch oder zögerlich, manche wirken daher eher arrogant. Dieses Verhalten werte ich eher als gelernten Selbstschutzmechanismus und nehme das nie persönlich. In diesen Fällen weiß ich, mich spiegelbildlich dann ebenfalls zurückzuhalten und beschränke meine Kommunikation auf das Notwendigste. Sollte der Patient von unserer Arbeit überzeugt sein, so kommt es häufig zu einer Verhaltenswendung um 180 Grad, was ich für mich als Vertrauensbeweis deute.
Für mich selbst würde ich unterschreiben, dass ich eine positive und optimistische Lebenseinstellung sowie einen ausgeprägten Sinn für Humor besitze.
Wie erreichen Sie Ihre hohe Trefferquote bei den Diagnosen Ihrer Patienten?
Zunächst ist es für mich wichtig, das beschwerdeführende Problem des Patienten zu verstehen, um die richtige Diagnose zu stellen. Mit der korrekten Diagnose ist es dann nicht mehr so schwer, die richtigen Behandlungsschritte einzuleiten. Bei der Diagnosefindung hilft mir der Patient, indem er mir die Krankheitsgeschichte und die aus seiner Sicht möglichen Ursachen erläutert. Gezielte Fragen meinerseits, z.B. bezüglich Vorerkrankungen oder früheren Operationen, runden das Bild ab. Im nächsten Schritt führe ich gezielte körperliche Untersuchungen durch, um die Arbeitsdiagnosen zu bestätigen oder zu verwerfen. Im Gegensatz zum Medizinstudium oder den gängigen Lehrbüchern lasse ich die Patienten so gut wie nie fast vollständig entkleiden oder erhebe einen kompletten Status aller Organsysteme. Dieses ist in der Praxis weder praktikabel noch hilfreich, um das Problem zu finden. Bedarfsweise kommen zeitgemäß jedoch auch bildgebende Verfahren zum Zuge oder es werden konsiliarisch ergänzende Fragen von Fachkollegen anderer Disziplinen beantwortet.
Es gibt jedoch komplexe, disziplinübergreifende Beschwerdebilder, bei denen eine klare Ursache nicht so einfach nachzuweisen ist und bei denen man erst durch verschiedene Behandlungen quasi im Nachhinein die Antworten erhält. Beispiele hierfür sind Gangschwierigkeiten, Ohrgeräusche und Schwindel. Es sind auch parallele, unabhängige Erkrankungen möglich, die manchmal fälschlicherweise als ein singuläres Problem behandelt wurden. Von den schwierigen Fällen lerne ich jedes Mal hinzu und versuche, frühere Irrwege in der Zukunft zu vermeiden.
Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welche Behandlung im Einzelfall die richtige ist?
Grundsätzlich gibt es meistens mehrere Lösungswege, die zum Ziel führen. Allgemein gilt für mich, dass der Patient möglichst schnell und mit möglichst geringem Risiko und Aufwand seine ursprünglichen körperlichen Fähigkeiten wiedererlangen sollte, aber in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen die Kosten nicht außer Acht gelassen werden. Am Beispiel eines Tennisellenbogens kann ich zeigen, wie komplex die Entscheidungsfindung sein kann: Cortison-Injektion – günstig, schneller Wirkungseintritt, oft nicht lange anhaltend, potenziell langfristig schädigend für die Sehnen. Stoßwelle/Akupunktur – längere Behandlungsdauer, höhere Kosten, nachhaltigere Wirkung.
In einigen Fällen rate ich zu Operationen, wenn eine konservative Behandlung keine realistische Aussicht auf Erfolg hat. Einzige Ausnahme: Insbesondere bei sehr kranken oder alten Menschen sind Operationen – außer bei lebensbedrohlichen Zuständen – nicht durchführbar, dann versuche ich, mit den mir vorhandenen Mitteln das Beste für den Patienten zu erreichen. Wenn am Ende das Bauchgefühl ausschlaggebend sein sollte, so werde ich für meine Patienten so entscheiden, wie ich es im Auftrag für meine eigene Familie oder Freunde machen würde.
Welche Rolle spielt die konservative Behandlung in Ihrer Praxis?
Die meisten Patienten bevorzugen primär eine nichtoperative Behandlung. Da wir keine operativen Eingriffe anbieten, sind wir häufig die erste Anlaufstation, um die Diagnose und ein konservatives Behandlungskonzept zu erstellen. Unser konservatives und innovatives Behandlungsspektrum übersteigt das Leistungsangebot von gesetzlichen Krankenkassen und sogar vieler Privatkrankenversicherungen. Durch meine langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet kann ich für viele orthopädische Behandlungsfälle nichtoperative Therapieverfahren anbieten, die sowohl risikoärmer als auch günstiger sind als Operationen.
Sie haben international gearbeitet und waren in der Medizintechnik tätig. Wie fließt das heute in Ihre Praxis ein?
Die internationale Ausbildung und Forschung insbesondere an der Harvard Medical School in Boston, Mass. (USA), und die Arbeit in der Hi-Tech-Medizintechnik in Toronto (CAN) haben mir einen sehr weiten Blick auf die Orthopädie gegeben. Ich kenne viele moderne Verfahren aus der Entstehung heraus und habe selbst zum Teil eigene Medizingeräte erfunden und entworfen. Das hilft mir, Innovationen einzuordnen und das auszuwählen, was für meine Patienten und unsere Praxis wirklich sinnvoll ist – nicht das, was gerade „in Mode“ ist. In der Vergangenheit habe ich aber auch Medizintechnik in der Praxis angeboten, welche im Nachhinein aufgrund zu geringer Auslastung bei unserer Einzelpraxis zu einem finanziellen Fiasko wurde und in Verlusten im 6-stelligen Bereich mündete. Dies waren eine digitale Röntgenanlage sowie ein DEXA-Knochendichte-Mess-System. Der Unterhalt dieser Systeme überstieg den erwirtschafteten Ertrag, und der Verkauf entsprach einer Totalabschreibung der hohen Anschaffungspreise. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Systeme, welche sich konstant im Alltag bewähren, wie das Duolith-Stoßwellensystem von Storz oder das von uns 2009 als erste Praxis in Deutschland eingeführte SpineMED-Dekompressionssystem.
Was gibt Ihnen persönlich das Gefühl, „alles richtig gemacht“ zu haben?
Diese Frage lässt sich sehr kurz und knapp beantworten.
Ich würde von einem Behandlungserfolg sprechen, wenn der Patient nach der Therapie seine gewohnten Alltagsaktivitäten wieder schmerzfrei ausüben kann. Wenn ein Patient nach einer Behandlung oder Behandlungsserie nicht mehr wieder vorstellig wird, kann es genau zwei Gründe geben. Entweder ich habe meine Arbeit besonders gut oder besonders schlecht gemacht.
Im ersten Fall werden wir im Idealfall weiterempfohlen, und es kommen dann andere Patienten neu zu uns (Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde, Verwandte etc.). Letzteres genauso wie alle negativen Ergebnisse versuchen wir zu vermeiden, es kann aber z.B. vorkommen, dass ein Patient nach einer einmaligen Vorstellung in unserer Praxis zu anderen Ärzten geht, weil die Beschwerden immer noch vorhanden waren. Die neuen Ärzte haben dann eventuell durch Hinzuziehen von weiteren Untersuchungen das Problem identifizieren und lösen können. Lange Zeit später bekomme ich dann über Dritte gesagt, ich hätte ein Problem nicht erkannt oder übersehen. Sie sehen also, dass es für mich als Behandler oft schwer ist, einen Überblick über Therapieerfolge zu bekommen.
Warum sind orthopädische Erkrankungen manchmal so schwierig zu behandeln?
Die Orthopädie ist allgemein sehr geprägt von der Biomechanik und physikalischen Kräften. Alle Teile des Bewegungsapparates müssen stabil und/oder beweglich sein, um ihre Funktion einwandfrei zu erfüllen. Vieles davon ist sichtbar, greifbar und messbar, was auf den ersten Blick die Sache einfach macht. Aber damit der Körper all diese Funktionen ausüben kann, muss unser Nervensystem permanent höchst sensibel jegliche Veränderungen registrieren. Der Patient bemerkt sofort, „wenn etwas nicht stimmt“, oder klagt im Extremfall über starke Schmerzen. Je nachdem, welche Region neurologisch mitbetroffen ist, können auch Kraftverlust, Ohrgeräusche, Schwindel, Kribbel- oder Taubheitsgefühle Folge der Funktionsstörung sein. Da viele Organsysteme im menschlichen Körper eng vernetzt sind, kann es sein, dass alle beklagten Beschwerden eine gemeinsame Hauptursache haben. Es kann aber auch sein, dass mehrere separate Probleme bestehen. Diese können beide orthopädischen Ursprungs sein, z.B. Rückenschmerzen und gleichzeitig in das Bein ausstrahlende Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall. Es kann aber auch ein Bandscheibenvorfall vorliegen und die Beinschmerzen können von einem Gefäßverschluss stammen. Manchmal benötigt man daher das Fachwissen von Ärzten verschiedener Fachrichtungen, um dann zu einem Gesamturteil zu kommen. Neben äußeren Einflüssen spielen normale degenerative Alterungsprozesse bei zunehmender Lebenserwartung der Bevölkerung auch eine wachsende Rolle. Die Natur gewinnt zwar immer, aber wir Ärzte können versuchen, die Kurve etwas nach rechts in der Zeitachse zu verschieben.
Hatten Sie auch Misserfolge in über 20 Jahren Privatarztpraxis?
Wo Licht ist, ist natürlich auch immer Schatten. Je länger die Beschwerden schon bestehen, je komplizierter der Fall, je älter der Patient, desto höher werden die Erwartungen. Statt sich nur die einfachen Fälle vorzunehmen, sehe ich schwierige Fälle eindeutig als Herausforderung an. Natürlich kann ich nicht zaubern, es wäre jedoch auch nicht richtig, eine schonende konservative Behandlung von vornherein abzulehnen, nur weil das Behandlungsergebnis nicht garantiert werden kann. Da die negativen Folgen einer Operation oft deutlich schwerer wiegen als der zeitliche und finanzielle Aufwand einer konservativen Behandlung, sollte auch bei nicht erfolgreicher Behandlung durch uns kein Missmut entstehen. Mit den Komplikationen einer misslungenen Operation zu leben, wenn man weiß, es hätte auch ohne OP klappen können, ist auf Dauer unverzeihlich. Bei den komplizierten Fällen ist es oft auch so, dass es überhaupt keine OP-Möglichkeit gibt. Entweder lässt der Allgemeinzustand des Patienten keine elektiven Eingriffe zu oder das ursächliche Problem ist so unklar, dass kein Chirurg ein Risiko in diesen nicht eindeutigen Fällen eingehen will. Somit werde ich in diesen Fällen oft zur letzten Anlaufstation.
Dass dabei die Erfolgsquote nicht bei 100 % liegt, ist offensichtlich. Ich nehme jedoch jeden Misserfolg persönlich und analysiere im Nachhinein, ob ich etwas hätte besser machen können. Die beste Art von Misserfolg für mich – wenn man das überhaupt sagen kann – ist, wenn der Zustand dem vor der Behandlung gleichgeblieben ist, also keine Verschlimmerung durch unsere Behandlung eingetreten ist. Die Patienten sehen hingegen im Vordergrund, dass der Zeit- und oft Geldaufwand aus ihrer Sicht umsonst war. Wir wissen aber leider alle, dass man nicht immer gewinnen kann im Leben.
Warum sind Privatärzte so teuer und warum werden viele Leistungen auch von einigen Privaten Krankenversicherungen abgelehnt ?
Wir als Privatärzte sind verpflichtet, nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen. Sowohl der Umfang im Leistungskatalog als auch die Arzthonorare sind jedoch seit 1996 unverändert. Auf der anderen Seite wollen die Patienten heute auch nicht nach dem Medizinstandard von 1996 behandelt werden. Deshalb wurden sogenannte Analogziffern eingeführt, um neuere Leistungen darzustellen, die einen vergleichbaren Aufwand abbilden. In den letzten 30 Jahren seit Veröffentlichung der aktuellen GOÄ-Ausgabe haben sich die Kosten für Immobilien, Energie, Personal und insbesondere die EDV vervielfacht. Wenn man dann verinnerlicht, dass das Arzthonorar diese Gesamtkosten inklusive meiner mehr als 30-jährigen Berufserfahrung beinhaltet, dann lösen sich die Kostenargumente gegen uns schnell in Nichts auf. Die Behandlungskosten sind aus Sicht der Privatärzte nicht zu teuer, sondern zu günstig. Die PKVs haben in den letzten Jahren kontinuierlich fast jährlich die Beitragssätze ihrer Versicherten erhöht, beschränken die Erstattungen jedoch oft strikt auf das GOÄ-Leistungsniveau von 1996. Da die Ärztelobby in der Politik schwach ist im Vergleich zu den Interessenvertretern der Pharma- und Versicherungsindustrie, verwundert dies nicht. Ein weiterer Grund der zögerlichen Anpassung der privaten Arzthonorare (eine Anpassung der GKV-Vergütung erfolgt) ist der, dass der Staat bei einer Honorarsteigerung der Ärzte über die Finanzierung von den Beamten gewährten Leistungen der Beihilfe deutlich mehr Kosten zu tragen hätte. Bei fortlaufend knappen Staatskassen ist von der Seite auch keine Unterstützung für die Ärzte zu erwarten.
In vielen Fällen müssen die Patienten daher selbst entscheiden, ob der Mangel an Lebensqualität ihnen den Zeit- und Geldaufwand einer modernen Therapie wert ist. Andererseits sind häufige Misserfolge unserer empfohlenen Behandlungen langfristig für unsere Praxis auch schädlich. Von daher haben wir ein hohes Eigeninteresse, den Patienten mit der bestmöglichen, schnellsten und effektivsten Behandlung zu helfen, auch wenn es gelegentlich einen erhöhten Zeit- und finanziellen Aufwand für den Patienten bedeutet.
Wie kam es dazu, dass Sie 2009 als erste Praxis in Deutschland die SpineMED-Dekompressionsbehandlung zur Behandlung von Bandscheibenleiden eingeführt haben ?
Das war eher ein Zufall als eine von mir geplante Aktion. Wie so häufig der Fall, bekam ich Anfang 2009 eine Werbepost von der SpineMED GmbH aus München, bei der das innovative Gerät vorgestellt wurde. Meine orthopädische Privatpraxis hatte ich 2006 eröffnet, und aufgrund der konservativen Ausrichtung kamen auch viele Patienten mit chronischen Rückenschmerzen zu mir. Sporadisch auftretende Gelenkblockierungen der Wirbelsäule – im Volksmund auch „Hexenschuss“ genannt – kann ich durch meine Chirotherapie-Ausbildung schnell und zuverlässig lösen. Die Problematik besteht bei strukturellen anatomischen Veränderungen wie bei einem Bandscheibenvorfall, welche ich bis dato nur mit Injektionen gegen akute Schmerzen und TCM-Akupunktur behandeln konnte. Meine dadurch erzielte Erfolgsquote betrug maximal 50 %, was für meine Patienten und mich nicht optimal war.
Der vorgestellte „SpineMED-Strecktisch“ machte aus meiner Sicht auch Sinn, um die zwischen zwei Wirbelkörpern und der Bandscheibe eingeklemmten Nerven zu befreien. Meine eigene Internetrecherche ergab zudem, dass das System seit 2005 in den USA die strenge Zulassung der Gesundheitskontrollbehörde FDA erhalten hat. Somit waren die medizinische Wirkung und Sicherheit verlässlich geprüft worden. Auch waren die Erfahrungen der mit dem SpineMED-System behandelten Patienten in den USA und Kanada zum größten Teil sehr positiv. Zahlreiche Patientenforen im Internet boten mir eine relativ einfache Möglichkeit, mich über Wirkung, Nebenwirkung und Kosten zu informieren. Angesteckt von dem noch frischen Elan der Praxisneugründung stimmte ich der Anschaffung des SpineMED-Systems zum Kauf einer Eigentumswohnung zu, in der Hoffnung, dass die Therapie so effektiv wie in den USA funktionieren würde. Glücklicherweise rechtfertigte der Behandlungserfolg meinen damaligen Mut zu investieren, und wir haben nach fast zwei Jahrzehnten SpineMED-Therapie viele Patienten, denen nachhaltig geholfen werden konnte. Wir kombinieren diese Behandlungsmethode häufig mit Injektionen, Chirotherapie und Akupunktur, um maximale Wirkung in der 5-wöchigen Behandlungszeit zu erzielen.
Warum führten Sie im Sommer 2025 die MBST Magnetfeldtherapie ein und für welche Anwendungsgebiete eignet sich diese High-Tech-Behandlungsmethode ?
Wir bekommen wöchentlich Werbung für Medikamente, Praxisausstattung und Medizintechnik. Auch Patientenwartezimmer-Magazine wie z.B. die Orthopress sind gefüllt mit Erfolgsgeschichten lokaler Ärzte und Behandlungszentren und deren Anwendung der neuesten Behandlungsmethoden. Es stellt sich dann immer die Frage, ob bestehende Behandlungsmethoden ausreichend gut sind oder ob man ein neues Verfahren in die Praxis einführt mit der Gefahr, nicht nur das eigene Konto, sondern auch die eigene Reputation nachhaltig zu schädigen. Aufgrund meiner technologieoffenen Einstellung und Neugierde informiere ich mich regelmäßig und stimme auch öfter Besuchen von Fachvertretern zu, damit ich aus erster Hand mehr erfahren kann. Häufig entscheide ich mich dann gegen neue Produkte oder Verfahren, insbesondere dann, wenn das Problem nicht in gesundem Verhältnis zum Aufwand und den Kosten steht. Durch die vielen zugetragenen Angebote stumpft man dann auch häufig etwas ab. Eine zuverlässigere Informationsquelle als Herstellerwerbung sind Empfehlungen von Fachkollegen, die eigene Erfahrungen mit mir unbekannten Verfahren haben. So kam es, dass ich bei einem lokalen Orthopäden-Treffen von den Kollegen Dres. Wolf und Patzel aus Gelnhausen von der MBST-Magnetfeldtherapie erfuhr. Die orthopädischen Kollegen aus Gelnhausen hatten MBST schon seit über 10 Jahren im Einsatz und haben bereits mehrere installierte Systeme. Tatsächlich habe ich seit Jahren von meinen eigenen Patienten gehört, dass nach einem durchgeführten MRT die beklagten Beschwerden auf einmal verschwunden waren. Meine eigene ungeprüfte Erfahrung und die Aussagen meiner Arztkollegen aus Gelnhausen überzeugten mich dann, das MBST-System für Bereiche anzuschaffen, für die ich bislang nur wenige Behandlungsmöglichkeiten hatte. Dieser Umstand erinnerte mich an die Beweggründe für die Anschaffung des SpineMED-Systems.
Nun, die Anwendungsgebiete, für die das MBST-Magnetfeldsystem zum Einsatz kommen sollte, sind Arthrosen insbesondere der Hände, Knie-, Schulter- und Fußgelenke, außerdem Verletzungen von Bändern, Sehnen und Muskeln sowie Knochenbrüche und Nervenschmerzen. Nach erst einem knappen Jahr sind die Behandlungserfolge mit MBST außergewöhnlich gut. Die vom Hersteller provozierten Erwartungen erfüllten sich glücklicherweise auch hier nahezu vollständig. Auch bei sehr stark ausgeprägten krankheitsbedingten Veränderungen scheint MBST sehr gut zu funktionieren. Wir haben diese Erfahrungen machen können bei Patienten, welche bei sehr fortgeschrittenem Alter aus den unterschiedlichsten Gründen keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten mehr besitzen. Meistens verbieten sich operative Lösungen aufgrund nachteiliger internistischer Bedingungen.
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